DeLonghi ESAM 6600: 50% des Brühwassers läuft in die Tropfschale

  • Modell: ESAM 6600 | Baujahr: *bitte ausfüllen* | Anzahl Bezüge: 19.000 | Entkalkungsmittel: *bitte ausfüllen*

    mechanische und elektrische Kenntnisse vorhanden? ja | Messgerät vorhanden? ja

    Hallo liebe Experten,

    ich habe im Rahmen eines RepairCafés eine DeLonghi PrimaDonna ESAM6600 zur Reparatur bekommen. Die Brühgruppe wurde nicht mehr bewegt, weil die Spindelmutter komplett aufgearbeitet war. Die Spindelmutter wurde ersetzt, die Maschine arbeitet wieder.
    Aber beim Kaffeebezug läuft etwa die Hälfte des Brühwassers in die Tropfschale, die andere Hälfte kommt als Kaffee beim Kaffeeauslauf heraus. Ich habe Brühgruppe und Brühkolben schon mehrfach auseinandergenommen auf Risse untersucht, alle Dichtungen erneuert und gefettet, das Cremaventil mehrfach gereinigt. Es bleibt das Phänomen, dass nur wenig Kaffee ausgegeben wird.
    Zum besseren Verständnis habe ich mir einen Wasserlaufplan erstellt (habe keinen gefunden zur EAM6600). Das in die Tropfschale ablaufende Brühwasser nimmt den Weg aus dem Raccord am Brühkolbeneingang über das 3-Wege-Ventil vor dem Dampferhitzer. Das 3-Wege-Ventil ist bei Kaffeebezug nicht aktiviert und somit zwischen 1 und 3 durchgängig. Testweise habe ich das Ventil im Moment des Kaffeebezugs von extern angesteuert, sodass der Ausgang 3 am Ventil geschlossen ist. Dabei kommt die erwartete Kaffeemenge zum Kaffeeauslauf heraus.
    Dieser Weg vom Raccord über das 3-Wege-Ventil zur Tropfschale ist bei Kaffeebezug „drucklos“ und das Wasser kann dort ungehindert laufen. Der Raccord hat unten (zum Brühkolben) und zur Seite (zum Magnetventil vor dem Erhitzer) Löcher. Dieses Loch zur Seite wird auch beim Zusammenpressen des Brühkolbens nicht verschlossen. Wie kann so der gewünschte Druck zum Kaffeebrühen aufgebaut werden? Was stimmt hier nicht, bzw. was verstehe ich nicht richtig?

    Vielen Dank im Voraus!
    Stefan

  • Das Problem hatte ich an der ESAM5500.

    Das Ventil hatte einen ganz leichten Schaden am Ventilsitz, scheint beim Entkalken passiert zu sein.
    Ich habe die Fläche einfach wieder Plan geschliffen.

    Gruß Peter

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    Gruß Peter :)
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    ESAM 5500 Bj. 2012
    Kaffee 32.000 Bezüge
    Cappu 502 Bezüge
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    Sage Barista Express Bj. 2021

  • Meinst Du das 3-Wege-Magnetventil vor dem Erhitzer?
    Das ist nach meinem Verständnis von 1 nach 3 offen, wenn nicht aktiviert (siehe meinen Wasserlaufplan). Oder ist da noch eine Feder drin, deren Kraft erst überwunden werden muss? Und diese Kraft ist so dimensioniert, dass der Brühdruck hier (normlerweise) nicht entweichen kann?
    Danke, Stefan

  • Hallo Stefan,

    ich vermute in der Maschine ist noch ein altes Magnetventil mit Metallkörper eingebaut. Diese korrodieren, wie Peter55 bereits geschrieben hat am Dichtsitz besonders auch durch die Säuren in den Entkalkern.

    Das Magnetventil hinten in der Maschine dient der Druckentlastung nach der Dampfproduktion. Bei nicht angesteuertem Ventil wird der Wasserkreislauf zur Kondesationskammer geöffnet. Der Auslass der Kondensationskammer ist links vom Tank hinter der Frontblende und führt in die Tropfschale. Bei entferntem Tropfblech und defektem hinterem Magnetventil sollte man beim Kaffeebezug dort Wasser austreten sehen.

    Wird ein neues Magnetventil mit Kunststoffkörper eingebaut, muss ein zusätzliches Erdungskabel am Metallträger angebracht werden. Die Befestigungsschrauben für des Metallkörpers passen nicht beim Kunststoffkörper!

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    Grüße TeKa

    Edited 2 times, last by TeKa (February 24, 2026 at 10:43 PM).

  • Hallo Teka und Peter55,

    ihr habt mich genau auf das Probelm gebracht: das korrodierte Magnetventil.
    Ich habe das Ventil ausgebaut und geöffnet. Wie von Euch vermutet, ist es ein Ventil mit Metallkörper und hat deutliche Korrosionsspuren (siehe Foto). Ein Test vor dem Öffnen hat gezeigt: das Ventil ist in alle Richtungen durchgängig, also hat es das Brühwasser fehlerhafterweise durchgelassen. Nun sollte ein neues Ventil das Problem hoffentlich beheben. Danke für die Links zum Ersatzteil.
    Bei der Geschichte hatte ich einen Denkfehler: Weil das Ventil vom Thermoblock/Raccord zum Anschluss 3 (Druckentlastungsausgang zur Kondensationskammer) durchgängig ist (der Fehler durch Korrosion) dachte ich, dass diese Öffnung der eigentlich normale Durchgang (wenn nicht aktiviert) von Anschluss 1 nach Anschluss 3 sei. Das Ventil ist aber andersherum eingebaut: Anschluss 1 am Dampferhitzer und Anschluss 2 am Thermoblock/Raccord. Das habe ich im Wasserlaufplan korrigiert.

    Besten Dank in die Runde für die schnelle Hilfe!
    Stefan

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