EAM 3500 S hartnäckige Verstopfung

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  • EAM 3500 S hartnäckige Verstopfung

    Guten Tag,
    meine EAM 3500 S von 2006 wurde wenig beansprucht (Coffee 8750, Water 1370, Cappuccino 1650, Descaling 32, Washing 12) und hat stets brav ihren Dienst verrichtet. Einmal musste ich das hintere Magnetventil wechseln, bin dabei auf das hilfreiche Forum gestoßen und habe seitdem auch zu jeder verlangten Entkalkung (zunächst Durgol, dann Eilfix) stets den oberen Brühkolben mit entkalkt. Der letzte Entkalkungsvorgang kam gerade noch zu Ende, es kam aber immer weniger Entkalkerlösung durch und beim Spülen war dann Schluss ("Kaffee zu fein gemahlen"). Kein Heißwasserbezug möglich, kein Dampf. Kaffeebezug funktioniert ohne Probleme. Zu diesem Symptom existieren ja schon zahlreiche Beiträge, also habe ich mich reingelesen und folgendes probiert:
    • Magnetventile arbeiten mit normalem Geräusch, wurden zerlegt, dabei keine Verkalkungen gefunden.
    • Oberer Brühkolben wurde zerlegt und gereinigt, es fand sich auch hier nur "normaler Schmutz", kein Kalk.
    • Den Thermoblock habe ich nicht geöffnet, ist durchgängig, Kaffeebezug funktioniert ja auch.
    • Der schwarze Silikonschlauch (welche Funktion hat der?) war verdreckt, aber nicht komplett dicht, wurde gereinigt.
    Aufgrund einer Unachtsamkeit habe ich die Leistungselektronik geschrottet und eine neue eingebaut. Maschine funktioniert wieder, allerdings weiterhin ohne Dampf und Heißwasser. Dann habe ich noch
    • die Wasserzuleitung bis zur Pumpe inklusive Flowmeter gereinigt. Schließlich habe ich die Druckleitung, die vom hinteren Magnetventil zur Dampfheizung führt, am MV gelöst. Bei Dampfbezug kommt dort Wasser. Hinter der Dampfheizung allerdings ist Schluss. Habe dazu die Druckleitung am vorderen MV gelöst, es kommt höchstens mit Mühe ein Tropfen, der Überdruck wird abgebaut, indem das Wasser vom hinteren MV durch den dicken Schlauch abläuft.
    Liege ich richtig mit der Annahme, dass die Dampfheizung verstopft sein müsste? Passt das dazu, dass auch kein Heißwasser bezogen werden kann? Geht das Heißwasser auch durch die Dampfheizung?
    Das wäre nach dem Flussdiagramm nahe liegend.
    • Falls die Forenexperten meiner Schlussfolgerung folgen, würde ich mir also eine neue Dampfheizung bestellen (ist ja nicht teuer), oder ist es aussichtsreich, die vorhandene wieder frei zu bekommen?
    • Kann man die Schläuche an der Dampfheizung lösen und wieder dicht befestigen?
    • Sollte man mit der Dampfheizung auch die Übertemperatursicherungen erneuern?
    • Brauchen diese Wärmeleitpaste?
    Übrigens sieht die Maschine trotz des Alters innen nach obligatorischer Entfernung von Kaffeepulverresten noch exzellent aus. Keine Korrosion, kein Hinweis auf Undichtigkeiten. Der Monteur (auf Kaffeevollautomaten spezialisiert), dem ich den Patienten vorsetzte, meinte, bei seinem Stundensatz stünden Fehlersuche und Reparatur in keinem Verhältnis zum Restwert der Maschine und ich solle doch lieber selbst Hand anlegen oder über eine Neuanschaffung nachdenken. Obwohl ich keine handwerkliche Ausbildung habe, bin ich dank der im Forum verfügbaren Anleitungen bisher ganz gut zurecht gekommen und würde dem Maschinchen noch eine Chance geben, wenn Ihr meine Ansicht teilt. Freue mich über jeden sachdienlichen Tipp.

    Sorry für die vielen Fragen und besten Dank schon mal vorab!
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  • So, die Maschine läuft wieder. Es lag tatsächlich am Dampferzeuger. Die Hilfe des Forums war wiederum sehr wertvoll, auch wenn es auf dieses Thema kaum Reaktionen gab. Ich habe jedenfalls viel gelernt und denke, dass ich die Maschine jetzt besser verstehe. Obwohl ich viele Beiträge studiert habe, habe ich einige wichtige Informationen erst beim Ausprobieren erhalten. Vermutlich setzen die Experten Dinge voraus, die für sie selbstverständlich sind, dem Laien jedoch verborgen bleiben. Meine Fragen kann ich nun selbst beantworten:
    • Der schwarze Silikonschlauch führt nur Luft ab, da fließt kein Wasser oder gar Kaffee durch
    • Dampferzeugung und Heißwasserproduktion erfolgen beide mittels des Dampfgenerators. Wenn also Kaffeebezug funktioniert, Dampf und Heißwasser aber nicht, dann liegt das Problem hinter dem Thermoblock, in den Schläuchen, dem hinteren Magnetventil, dem Dampferzeuger oder danach. Durch Lösen der Teflonschläuche kann man sich nach und nach mit wenig Aufwand bis zum Stopp vortasten. Den oberen Brühkolben muss man nicht revidieren, so lange der Kaffeebezug ohne Probleme funktioniert (wird aber dennoch oft im Forum empfohlen)
    • Wasser unter Druck führen nur die dünnen, steifen Teflonschläuche (Die dickeren, weichen Silikonschläuche gewährleisten den Druckabbau im Falle einer Verstopfung bzw. führen das Frischwasser vom Tank über den Flowmesser zur Pumpe). Von der Pumpe geht es zunächst immer in den Thermoblock, von dort bei Kaffeebezug in die Brühgruppe oder bei Heißwasser/Dampfbezug aus dem Thermoblock über das hintere Magnetventil in den Dampfgenerator und von dort zum vorderen Magnetventil. Für Heißwasser wird kontinuierlich Wasser durch den Dampfgenerator geschickt, für Dampf wird von der Pumpe nur stoßweise Wasser in kleinen Portionen geliefert, das dann halt verdampft. Ist einfach, muss man aber erst mal drauf kommen.
    • Bei der neuen Dampfheizung werden die Wasserschläuche mit einem Messingendstück per Überwurfmutter reversibel mit der Dampfheizung verbunden. Ist dicht und einfach zu montieren. Bei meiner alten Dampfheizung sieht das anders aus, werde noch versuchen, die Schläuche zerstörungsfrei zu demontieren, bisher ist es mir nicht gelungen.
    • Die Übertemperatursicherungen waren ohne Wärmeleitpaste verbaut (Habe trotzdem welche aufgebracht). Dafür saß an meiner Dampfheizung noch ein Temperatursensor (mit Wärmeleitpaste), der in der Anleitung im Downloadbereich nicht erwähnt wird (ist wohl nicht bei allen Modellen verbaut?). Der Temperatursensor wird ähnlich wie der vom Thermoblock von einer Metallklammer gehalten, die wiederum von der Schraube gehalten wird, die die obere Übertemperatursicherung mit der Dampfheizung und dem Montageblech verbindet. Ziemliche Fummelei, geht aber mit etwas Geduld.
    Vielleicht kann ich jemand mit meinen Beobachtungen helfen. Falls ich etwas falsch beschrieben habe, korrigieren das bitte die Experten. Bin nun gespannt, was als nächstes kaputt geht. Das Maschinchen hat schließlich schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Dank und Gruß an die engagierten Helfer, die ihr Wissen teilen!
  • Heisswasser läuft zwar durch die Dampfheizung, aber diese wird gleich bei Heisswasseranwahl abgeschalten.
    Gruß Stefan
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    Wo ist das Problem, bei Anfragen Groß-und Kleinschreibung/Punkt und Komma zu beachten? So was fällt bei mir unter Höflichkeit.
    Ich beantworte keine Fragen per PN oder Email, dazu gibt es das Forum!
  • Dank für die Korrekturen!
    Noch ein Nachtrag. Nachdem die Maschine nun wieder läuft, habe ich mir getraut, etwas robuster an die Verbindung zwischen dem Dampfgenerator und den Teflonschläuchen heranzugehen. Da an meinem alten Dampfgenerator die Anschlüsse genau wie die Anschlussstücke der Teflonschläuche aus Messing sind, hat es zunächst wie ein Stück ausgesehen. Man kann aber (ohne Kraftaufwand) mit einer Zange die Messingendstücke fassen und aus dem Dampfgenerator lösen. Nun zeigte sich, dass lediglich der vom Dampfgenerator wegführende Schlauch am Ansatz mit einem Kalkkrümel verstopft war. Das Problem hätte - entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt - ohne Materialaufwand leicht behoben werden können. Genau das wird, wie ich nun feststellte, auch im Forum beschrieben. Na, macht nichts, nun habe ich einige Ersatzteile für die Zukunft und wieder was gelernt. Es wirft nur kein gutes Licht auf den Kaffeemaschinenservice, den ich ja aufgesucht habe und der beim Alter der Maschine und einem banalen Defekt rasch zur Ersatzbeschaffung riet. Aber ich bin nicht böse. Jetzt kann ich mir in Zukunft ganz gut helfen, wenn nichts Komplizierteres kaputt geht.

    So, die Sache ist erledigt! Dank nochmals ans Forum und vielleicht hilft es ja auch noch anderen weiter.